Presseartikel
„stimmart“ – Neueröffnung in Rahden
13. Januar 2010 | Artikel erschienen in der Kiepe
Rahden. Zu einem „Tag der offenen Tür“ am 17. Januar 2010 ab 10.00 Uhr lädt Frau Andrea Priesmeier alle interessierten BesucherInnen in ihre neueröffnete Logopädische Praxis mit Atem- und Gesangsschule „simmart“ an der Feldstraße 5 in Rahden herzlich ein.
Hinter dem „stimmart“ steckt die Grundidee, ein Zentrum für Atmung, Sprache, Stimme und Musik zu schaffen. Auf der einen Seite soll es möglich sein, kassenzugelassene logopädische Therapie durchzuführen. Auf der anderen Seite werden therapieunterstützende Angebote für alle Altersklassen geboten. Zu diesen zählen Kurse wie: „Sprechen in Beruf und Alltag“, „(Vor-)Lesen interessant gestalten“, „Theater für Kinder“, Projektchöre für Kinder oder Erwachsene, „Mit dem Atem entspannen“, „Wenn die Stimme versagt“, „Sprachförderung von Eltern für Kinder“ und anderes Interessantes.
Die Leiterin Andrea Priesmeier möchte einen Ort schaffen, an dem nicht nur Eltern passende Förderangebote für ihre Kinder finden, sondern Jugendliche und Erwachsene selbst Lust bekommen, für sich und das eigene Wohlbefinden etwas zu tun. Präventionsarbeit richtet sich an alle Altersgruppen. Sie ist heutzutage ein wichtiges Thema, um körperlich sowie seelisch gesund zu bleiben.
Andrea Priesmeier ist seit Februar 2007 staatl. gepr. Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin. Seit ihrer Jugendzeit zieht sich die Arbeit mit Menschen wie ein roter Faden durch ihr Leben. Schon immer interessierte sie sich für die soziale und vor allem musikalische Arbeit mit Kindern, später mit Jugendlichen und Erwachsenen. Als gelernte Erzieherin weiß sie mit den unterschiedlichen Altersgruppen auf stets freundliche Art und Weise umzugehen.
Die sprach- und stimmtherapeutische Arbeit mache ihren Beruf zu einem abwechslungsreichen Alltag, erzählt die heute 27-jährige. Ihr Beruf erlaubt zum Einen, Patienten mit Therapien wie Sprachtherapie für Kinder, Sprechtherapie (z.B. nach einem Schlaganfall) bei Erwachsenen, Stimmtherapie oder Schlucktherapie auf Anordnung des Arztes zu behandeln. Zum Anderen lehrt Frau Priesmeier Menschen in Sprechberufen wie Erzieherinnen oder Lehrer mit ihrer Stimme so umzugehen, dass sie gesundet und/oder gesund bleibt.
Das „stimmart“ bietet Unterricht, Workshops und Kurse in Gesang, Chortraining, Atemschulung sowie Sprecherziehung an.
Der Musikgarten ist eines der musikalischen Angebote für Kinder. An der musikalischen Früherziehung können Eltern mit ihren Kindern zwischen 0 und 3 Jahren teilnehmen. Durch die Wirkung der Musik an sich und das Selbst-Musizieren wird die Gehirnreifung des Kindes und somit die gesamte körperliche und geistige Entwicklung des Kindes unterstützt. Sozial positive Gefühle werden bestärkt, somit Stressfaktoren reduziert, das Selbstbewusstsein verbessert. Durch den Kontakt zu Gleichaltrigen bzw. Gleichgesinnten wird ein leichteres Lernen ermöglicht. Die Kinder holen ihre Defizite schneller auf und die Eltern fühlen sich bestärkt in ihrem Umgang mit dem Kind. Interessierte Eltern können am Tag der offenen Tür gern zur Schnupperstunde kommen.
Anmeldungen für Therapie oder andere Angebote ab sofort unter: 05771 – 60 79 63 oder unter www.stimmart.com.
Aussprache und Gesang schulen
27. Juli 2011
Rahden/abu. Seit Anfang 2010 betreibt Andrea Priesmeier in Rahden an der Feldstraße 5 eine Logopädische Praxis sowie eine Atem- und Gesangsschule.
Wie das funktioniert und was Frau Priesmeier da so im Einzelnen macht, interessierte uns und bestimmt auch die Leser. Arwed Busse von der „Die Kiepe“ interviewte sie dazu.
Frage: Sie sind seit 2010 hier in Rahden freiberuflich tätig. Wie war Ihr Ausbildungswerdegang?
Wie schon während der Realschulzeit in ehrenamtlicher Form (CVJM-Arbeit, Jugendchor, Band) wollte ich meine sozialen Fähigkeiten auch im Beruf ausleben. So absolvierte ich in Espelkamp die Ausbildung zur Erzieherin. Aber irgendwie fehlte mir das fachliche Wissen, um auf musikalischer Ebene mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen so zu arbeiten, wie ich es mir eigentlich vorstellte. Zudem hatte ich bis zu meinem 19. Lebensjahr leider nie gelernt, mit meiner Stimme im Berufsalltag oder aber auch beim Singen gesund umzugehen. So erkrankte die Stimme, fast drei Jahre mit chronischer Heiserkeit oder sogar fehlender Stimme folgten. Das hatte mir Angst gemacht. Nie mehr singen? Nie mehr in einem vielsprechenden Beruf arbeiten können? Nein! Also legte ich alles daran, die Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin machen zu dürfen. Zuerst auf Probezeit wegen der stimmlichen Vorbelastung, dann mit Bravour abgeschlossen. So sind nun zum sozial-pädagogischen Wissen auch noch die Sprachentwicklung und das musikalische Know-How dazu (und die Stimme wieder-) gekommen. Ein riesiges Geschenk, das ich sehr schätze – und lebe.
Frage: Was versteht man unter Logopädie?
Logopädie bedeutet die Behandlung von Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- und Schluckstörungen. Hiervon können Kinder (Sprachentwicklungsstörungen, Zungenfehlfunktionen, Schluckstörungen u.a.) und Erwachsene (am häufigsten Stimmstörungen) genauso betroffen sein wie Senioren (Behandlung nach einem Schlaganfall o.a.). In der Logopädie helfen wir dem Menschen ganz individuell, seine sprachlichen Fähigkeiten (wieder) herzustellen.
Frage: Wie verhalte ich mich, wenn ich Störungen im Sprachbereich bei mir oder meinem Kind feststelle?
Grundsätzlich sollten Sie mit Ihrem Kind wertschätzend und normal sprechen. Vermeiden Sie die Babysprache oder das Reden in der dritten Person: „Tinus hat sich verletzt? Mama kommt schon!“ Stattdessen: „Du hast dich verletzt? Ich komme schon!“Artikuliert Ihr Kind einen Laut falsch oder hat es grammatische Schwierigkeiten, wiederholen Sie das Wort oder die gesamte Äußerung des Kindes in korrekter Form, sodass das Ohr die korrigierte Version realisiert. Singen sie viel mit Ihrem Kind. Fingerspiele, Sprechverse und Lieder schulen das Gehör, die Artikulation sowie die Reimfähigkeit. Singen macht gute Gefühle und kurbelt die Motivation des Kindes an, sich mit Sprache auseinander zu setzen. Es erkennt die Sprache als Werkzeug an. Es beginnt, kreativ damit umzugehen. Klären Sie durch den behandelnden Arzt ab, ob es sich um ein entwicklungsbedingtes sprachliches Defizit handelt oder tatsächlich um eine Sprachstörung. Ggf. wird er eine Sprachtherapie verordnen.
Frage: Was bieten Sie in der Atem- und Gesangsschule für wen an?
Zum einen – wie der Name schon sagt – Gesangsunterricht. Wir Fachleute nennen das Stimmbildung. Es findet in Form von Einzel- oder Guppenunterricht statt. Da wir hier im Stimmart explizit auf den gesunden Umgang mit der Stimme achten, nehmen Einsingeübungen, Atem- und Gesangstechniken sowie regenerative Stimmübungen einen besonderen Stellenwert ein. Zukünftig können alle Schüler/innen auf unseren regelmäßigen öffentlichen Vorträgen ihre erarbeiteten Stücke vortragen. Es kommen aber auch Chöre zum Coaching hierher. Zum anderen finden im Stimmart Kurse für Kinder in Form des „Musikgarten“ statt – ein musikalisches Früherziehungskonzept für Eltern und Kind ab 0 Jahre. Kurse für Erwachsene werden ab September 2011 angeboten: Atementspannung, Lust auf Singen für Einsteiger, Stimme in Beruf und Alltag, Gospelchor.
Frage: Für Kinder gibt’s auch den „Musikgarten“. Was können die Kinder hier lernen?
Der „Musikgarten“ ist zum einen ideale musikalische Erziehung, durch die das Kind eine allgemeine Musikalisierung erhält – die Grundlage, um ab dem 6. Lebensjahr die instrumentalen Fähigkeiten zu erlernen. Je früher die Kinder schon mit Musik in Kontakt treten, desto besser wird ihre Lernmotivation und Konzentrationsfähigkeit ausgeprägt. Sie nehmen sich und ihre Umwelt allumfassender auf, setzen neu Erlerntes selbst schneller und detaillierter um, als Kinder, die keine musikalische Förderung im frühkindlichen Alter durchlaufen haben. Musizieren macht einfach Freude – die körpereigenen Kräfte stehen im Ausgleich, Stress wird besser verarbeitet, Kreativität entfaltet sich, der Mensch fühlt sich besser.
Frage: Kann man bei Ihnen zum „Superstar“ ausgebildet werden?
„Superstars“ immitieren andere Idole. Nicht umsonst verschwinden sie oft so schnell wieder vom Podest. Sie kennen ihre eigenen Grenzen nicht, weil sie geblendet werden. Ich halte von dem allem nichts. Sicher gibt es fortgeschrittene Schüler im Stimmart. Was sie aus sich machen, bleibt jedem selbst überlassen. Wir geben dazu die kompetente Anleitung zu Stimme, Atem-und Körperschulung, Literaturerarbeitung, Bühnenauftritt. Und es sind tolle Persönlichkeiten darunter! Beim nächsten öffentlichen Vortrag können Sie sich selbst gern einen Eindruck verschaffen.
Vielen dank für dieses Interview. Andrea Priesmeier ist für weitere Anfragen auch erreichbar unter Tel. (05771) 607963 und www.stimmart.de.
